Wie Talente dein Unternehmen finden

Führung
Feb 1, 2020

Weißt du noch als du ein Kind warst? Vielleicht hattest du eine kleine Gang, eine Gruppe mit anderen Kindern, mit denen du die Zeit verbracht hast. Ihr habt zusammen viel Spass gehabt und du erinnerst dich gerne zurück. Klar - es gab auch mal Meinungsverschiedenheiten, Stress und Theater. Aber du bist immer wieder gerne hingegangen.

So wollen Menschen heute arbeiten. Sie wollen gerne zur Arbeit gehen. Ich erkläre dir, wie du als ChefIn darauf eingehen kannst. Und wie deine Organisation sein muss, um Talente anzuziehen und zu binden.

Motivierte Mitarbeiter sind für den Erfolg verantwortlich

Für viele mittelständische Dienstleistungsunternehmen sind die Mitarbeiter diejenigen, die alles zusammenhalten. Diejenigen, die mit den Kunden interagieren und damit auch Aushängeschild des Unternehmens sind. Egal ob Agentur, Ingenieurbüro, Handwerksbetrieb oder Kanzlei - wenn es im Team stimmt, sind die Kunden glücklich und es passt auch der Unternehmenserfolg. Findest du dich da wieder?

Neue Generationen stellen neue Ansprüche an Führungskräfte

Generation Y, die Millennials und urbane Mid Ager haben andere Ansprüche an Führungskräfte und Unternehmer als die Babyboomer, die jetzt in Rente gehen.  Das alte Stift-Lehrling-Meister-Verhältnis gibt es nicht mehr. New Work ist das neue Buzzword. Spaß bei der Arbeit, Selbstverwirklichung und ein hoher Freiheitsgrad ist Gradmesser für die Zufriedenheit im Job. Natürlich spielt Geld auch eine Rolle, aber nicht in erste Linie. Das stellt Führungskräfte und Unternehmer im Mittelstand vor neue Herausforderungen.

Was also macht eine(n) moderne Chefin, einen modernen Chef aus? Wie funktioniert Führung heute? Wie muss eine Organisation für diese Generation aussehen?

Wie ist die Stimmung im Team wirklich?

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Bist du bereit?

Interessiert? Dann prüfe, ob du die nachfolgenden Sätze unterschreiben kannst. Wenn nicht, dann spar´ dir die Zeit mit dem Lesen dieses Artikels und check´ die KPIs oder Arbeitsergebnisse deiner Mitarbeiter - Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser.

1. Ich vertraue darauf, dass die Menschen in meiner Organisation nach den besten Absichten handeln

2. Eine gute Arbeitsumgebung motiviert meine Mitarbeiter motiviert und sie machen einen besseren Job

3. Wenn meine Leute selbstorganisiert sind, bekommen wir als Unternehmen mehr Geschwindigkeit und bessere Produkte oder Dienstleistungen

4. Dafür bin ich bereit, Entscheidungen an meine Mitarbeiter delegieren

Kannst du das unterschreiben? Prima, dann gehts hier weiter.

Vergiss Mikromanagement

Traditionell wurde in mittelständischen Unternehmen meistens die Person befördert, die sich  in einem Team als die mit der größten Sachkenntnis herauskristallisiert. Aber macht das eigentlich Sinn? Kann Detailkenntnis gute Führung ersetzen?

MitarbeiterInnen ist viel wichtiger, dass eine Führungskraft auch führen kann. Führung bedeutet in einer modernen Unternehmenskultur Delegation und Vertrauen. Detail-Entscheidungungen kann das Team alleine treffen, dafür brauchst du nicht den besten Sachbearbeiter. Denn die Detailkenntnis in Kombination mit wenig Vertrauen führt zu ständiger Kontrolle. Das kostet die Zeit der Führungskraft, und demotiviert die Mitarbeiter. Das ist dann klassisches Mikromanagement. Das Team kann sich gegenseitig auf Details kontrollieren, dafür braucht es den Chef nicht.

Also überleg´ dir, ob es nicht sinnvoller ist, jemanden mit Gespür und Vertrauen für seine KollegInnen als Führungskraft einzusetzen. Ist jemand mit hohem Detailwissen dazu in der Lage? Bist du es selbst?

Gib Leitplanken vor

Macht dann eigentlich jeder, was er will? Jein. Die Idee hinter moderner Führung ist, Leitplanken zu setzen, innerhalb derer sich die Leute austoben können. Eine Führungskraft bestimmt das Ziel und die Bedingungen der Reise. Die MitarbeiterInnen bestimmen den Rest. Reisen ist ein guter Vergleich. Die Führungskraft also formuliert das Reiseziel und gibt Bedingungen vor: Möglichst nicht mit dem Flugzeug, so viel darf es kosten je Person etc. Die Mitarbeiter überlegen sich, wie dieses Ziel erreicht werden kann.

Hab ich es mir zu einfach gemacht mit der Reise? Quatsch, das funktioniert auch in deinem Unternehmen. Ich bin sicher, dass sich das immer übertragen lässt. Wenn Du Schwierigkeiten mit einem Beispiel hast, dann gib mir Feedback und ich finde den Dreh für dich.

Dein neuer Job: Coach

Herzlich willkommen in den 20igern! Du bist jetzt ein Coach. Wenn Du keine Detailentscheidungen mehr triffst und nur noch Leitplanken festlegst, fragst du dich sicher, was du mit dem Rest deiner freien Zeit anfangen sollst. Du motivierst deine Leute! Du hilfst ihnen besser zu werden. Du hast keine Coachingausbildung? Damn. Macht nix, denn das muss ja auch nicht sein. Es reicht, wenn du deine Erfahrung weiter gibst. Spass bei der Arbeit, Selbstverwirklichung und ein hoher Freiheitsgrad bedeutet nicht, dass die Leute kein Interesse an deiner Erfahrung haben. Ganz im Gegenteil. Erfahrungen aufbauen und Job wechseln ist vielen Arbeitnehmern wichtig. Ein Teil der Selbstverwirklichung ist auch sich als Mensch weiterzuentwickeln. Daher sind sie offen für Feedback. Was kann man besser machen? Wie sollte ich mich in bestimmten Situationen verhalten? Du verbringst also mehr Zeit mit persönlicher Betreuung und entwickelst dabei auch ein Gefühl für die Stimmung.


Transparenz ist deine Stärke

Was vielen wirklich wichtig ist, aber oft hinten runter fällt: Sie wollen ernst genommen werden. Herrschaftswissen und hidden Agenda lassen dich schwach aussehen. Du musst nicht alles erzählen, aber du musst auch nicht immer so tun, als hättest du alles im Griff. Eine Reorganisation, bei der du noch nicht weißt, wie sie ausschaut? Sag’ es einfach!

Irgendwelche Infos, die Auswirkungen auf das Unternehmen haben - du aber willst die Leute nicht “belasten”? Quatsch! Schlimmer ist es für dich als Führungskraft, wenn diese Infos irgendwie anders in der Kaffeeecke rauskommen. Dann rennst du hinterher und versuchst die Oberhand über die Kommunikation zu behalten. Viel Glück.

Jemand aus dem Team hat gekündigt und du willst es geheim halten? Gleich raus damit! Es wird immer geredet. Immer. Das ist die Schmiere eines Unternehmens, eines Teams. Also kalkulier` es mit ein, und binde deine Leute frühzeitig ein. Damit nimmst du sie implizit ernst, und - noch viel wichtiger: du erhöhst die Identifikation mit dem Unternehmen.

Lass die Leute sprechen

Es ist immer schwierig, authentisch von seinen eigenen Mitarbeitern oder seiner Organisation zu erzählen. Die Lösung ist einfach. Lass sie selbst davon erzählen. Wenn du neue Talente suchst, frag deine Mitarbeiter ob sie jemanden kennen. Sie werden in den sozialen Netzwerken weiterfragen. Sie werden es authentisch verfassen, wenn sie Bock auf neue KollegInnen haben. Das wird sich widerspiegeln und verankert dein Unternehmen positiv.

Wenn die Leute happy sind bei der Arbeit, erzählen sie es ihren Partnern, Bekannten, Verwandten. Und die erzählen es weiter. Ob real oder digital: du kannst dabei nur gewinnen.

Gib dirZeit

Das alles geht nicht von heute auf morgen. Diese Tipps sind deine strategische Personal-Leitplanke, um nachhaltig als coole Organisation wahrgenommen zu werden. Und eine coole Organisation zieht gute Leute an. Und gute Leute machen gute Dinge. Und gute Dinge machen gute Umsätze. Viel Spass und gute Umsätze.

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