Vier Dinge, die dich wirklich als New-Work-Führungskraft ausmachen (Spoiler: Es geht nicht um Sneaker!)

May 17, 2020

Jetzt machen alle Homeoffice – notgedrungen. Die Corona-Krise ist ein starker Beschleuniger für die Akzeptanz von Remote-Arbeit, virtuellen Teams und Homeoffice. Viele Kontroll-Freaks, Chefs und Unternehmer, die sich lange gegen Heimarbeit gewehrt haben, müssen ja nun gezwungenermaßen mitziehen.

In meiner Wahrnehmung erzählen aber auch genau diese Kontroll-Freaks, Chefs und Unternehmer mit Sneakern und offenem Hemd allen, dass sie ja schon lange New Work praktizieren. Manche tun das ja auch hier, in sozialen Netzwerken mit #NewWork und Bildern ohne Krawatte.

Wir wissen alle, dass die Krise viel verändern – und einige Dinge beschleunigen wird. Fakt ist, dass sich agile Organisationen schneller an Marktgegebenheiten anpassen. Diejenigen, die jetzt überleben, werden agil werden wollen. Sie werden eine New-Work-Umgebung schaffen.

Dadurch werden viele Change-Projekte entstehen. Das wird für viele Organisationen hart werden. Und für viele von euch Führungskräften aus verschiedenen Ebenen. Dieser Artikel ist für euch, zur Vorbereitung - Gern geschehen!

Was also macht eine moderne Chefin, einen modernen Chef aus? Wie funktioniert Führung heute? Was erwartet euch in den kommenden Change-Projekten?

Wie ist die Stimmung im Team wirklich?

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Bist du bereit?

Dann prüfe, ob du die nachfolgenden Sätze unterschreiben kannst. Wenn nicht, dann spar dir die Zeit mit dem Lesen dieses Artikels und check die KPIs oder Arbeitsergebnisse deiner Mitarbeiter – Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser.

1. Ich vertraue darauf, dass die Menschen in meiner Organisation nach den besten Absichten handeln

2. Eine gute Arbeitsumgebung motiviert meine Mitarbeiter und sie machen einen besseren Job

3. Wenn meine Leute selbstorganisiert sind, bekommen wir als Unternehmen mehr Geschwindigkeit und bessere Produkte oder Dienstleistungen

4. Dafür bin ich bereit, Entscheidungen an meine Mitarbeiter delegieren

Kannst du das unterschreiben? Prima, dann gehts hier weiter:

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1. Vergiss Mikromanagement

Traditionell wurde in vielen Unternehmen meistens die Person befördert, die sich in einem Team als die mit der größten Sachkenntnis herauskristallisiert. Aber ergibt das eigentlich Sinn? Kann Detailkenntnis gute Führung ersetzen?

MitarbeiterInnen ist viel wichtiger, dass eine Führungskraft auch führen kann. Führung bedeutet in einer modernen Unternehmenskultur Delegation und Vertrauen. Detail-Entscheidungen kann das Team alleine treffen, dafür brauchst du nicht den besten Sachbearbeiter. Denn die Detailkenntnis in Kombination mit wenig Vertrauen führt zu ständiger Kontrolle. Das kostet die Zeit der Führungskraft, und demotiviert die Mitarbeiter. Das ist dann klassisches Mikromanagement. Mit einem guten Prozess kann sich das Team gegenseitig auf Details kontrollieren, dafür braucht es den Chef nicht.

Also überleg´ dir, ob es nicht sinnvoller ist, jemanden mit Gespür und Vertrauen für seine KollegInnen als Führungskraft einzusetzen. Ist jemand mit hohem Detailwissen dazu in der Lage? Bist du es selbst?

2. Gib Leitplanken vor

Macht dann eigentlich jeder, was er will? Jein. Die Idee hinter moderner Führung ist, Leitplanken zu setzen, innerhalb derer sich die Leute austoben können. Eine Führungskraft bestimmt das Ziel und die Bedingungen der Reise. Die MitarbeiterInnen bestimmen den Rest.

Reisen ist ein guter Vergleich. Die Führungskraft formuliert das Reiseziel und gibt Bedingungen vor: Möglichst nicht mit dem Flugzeug, so viel darf es kosten je Person etc. Die Mitarbeiter überlegen sich, wie dieses Ziel erreicht werden kann.

Hab ich es mir zu einfach gemacht mit der Reise? Quatsch, das funktioniert auch in deinem Unternehmen. Ich bin sicher, dass sich das immer übertragen lässt. Wenn du Schwierigkeiten mit einem Beispiel hast, dann gib mir Feedback und ich finde den Dreh für dich.

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3. Dein neuer (und eigentlicher) Job: Coach

Herzlich willkommen in den 2020ern! Du bist jetzt ein Coach. Wenn du keine Detail-Entscheidungen mehr triffst und nur noch Leitplanken festlegst, fragst du dich sicher, was du mit dem Rest deiner freien Zeit anfangen sollst.

Du motivierst deine Leute! Du hilfst ihnen besser zu werden. Du hast keine Coaching-Ausbildung? Damn. Macht nix, denn das muss auch nicht sein. Es reicht, wenn du deine Erfahrung weitergibst. Spaß bei der Arbeit, Selbstverwirklichung und ein hoher Freiheitsgrad bedeutet nicht, dass die Leute kein Interesse an deiner Erfahrung haben. Ganz im Gegenteil. Erfahrungen aufbauen und Job wechseln ist vielen Arbeitnehmern wichtig.

Ein Teil der Selbstverwirklichung ist auch sich als Mensch weiterzuentwickeln. Daher sind sie offen für Feedback. Was kann man besser machen? Wie sollte ich mich in bestimmten Situationen verhalten?

Du verbringst also mehr Zeit mit persönlicher Betreuung und entwickelst dabei auch ein Gefühl für die Stimmung (wenn nicht, dann schau dir mal ParrotPolls an).

4. Transparenz ist deine Stärke – vor allem in der Kommunikation

Was vielen wirklich wichtig ist, aber oft hinten runterfällt: Sie wollen ernst genommen werden. Herrschaftswissen und hidden Agenda lassen dich schwach aussehen. Du musst nicht alles erzählen, aber du musst auch nicht immer so tun, als hättest du alles im Griff. Eine Reorganisation, bei der du noch nicht weißt, wie sie ausschaut? Sag’ es einfach!

Irgendwelche Infos, die Auswirkungen auf das Unternehmen haben – du aber willst die Leute nicht „belasten“? Quatsch! Schlimmer ist es für dich als Führungskraft, wenn diese Informationen irgendwie anders in der Kaffeeecke rauskommen. Dann rennst du hinterher und versuchst die Oberhand über die Kommunikation zu behalten. Viel Glück.

Jemand aus dem Team hat gekündigt und du willst es geheim halten? Gleich raus damit!

Es wird immer geredet. Immer. Das ist die Schmiere eines Unternehmens, eines Teams. Also kalkuliere es mit ein, und binde deine Leute frühzeitig ein. Damit nimmst du sie implizit ernst, und – noch viel wichtiger: Du erhöhst ihre Identifikation mit dem Unternehmen.

Gib dir und deiner Organisation Zeit!

Das alles geht nicht von heute auf morgen. Diese Tipps sind deine strategische Personal-Leitplanke, um nachhaltig als gute Organisation wahrgenommen zu werden. Und eine gute Organisation zieht gute Leute an. Und gute Leute machen gute Dinge. Und gute Dinge machen gute Umsätze. Also viel Spaß damit und gute Umsätze!

Wenn du das einigermaßen geschafft hast, kannst du die Krawatte wirklich ausziehen und dir ein paar schöne Sneaker raussuchen. Und dann schreib schnell einen Statusbeitrag mit #NewWork. Ich achte drauf.

Dieser Artikel ist als Abwandlung des Artikels "wie Talente dich finden" entstanden und wurde so auf Linkedin veröffentlicht.

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#NewWork #RedetMiteinander

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