New Work Tools: Was ist eigentlich eine Retrospektive und wofür ist sie gut?

Jun 8, 2020

Privat machen wir alle ständig Retrospektiven

Selbsterkenntnis ist der erste Weg zur Besserung. Meine Güte, wie ich diese neunmalklugen Sprüche hasse 🤮. Schlechter Einstieg für diesen Artikel, oder? Gib mir ne Chance, weil.... du machst es doch auch. Hast du ein Fitbit, ein Garmin, eine Apple Watch? Trackst du dein Gewicht? Deine Ernährung mit einer App? Zeichnest du Jogging Runden, Schritte mit dem Handy auf? Überprüfst du deine Ausgaben?

Was bringt das? Nun, in erster Linie machst du Zustände transparent. Diese Transparenz hilft dir, eine Situation besser einschätzen können und durch Anpassen des Verhaltens zukünftig besser zu werden. Oh - zu viel gegessen am Wochenende, die Waage zeigt 2 Kilo mehr an? Dann esse ich morgen nur Obst. Mist, Konto ist ebbe, zu viel geshoppt. Nächsten Monat Amazon-Verbot. Wir reflektieren uns alle ständig - und die Digitalisierung hilft uns dabei. Der klassische Satz dafür ist: "inspect and adapt" - Untersuche und passe dich an.

All das bewirkt eine Retrospektive. Nur eben im Business und für das Team. Verrückt, oder? Eine Retro ist keine "wir-haben-uns-alle-Lieb-Veranstaltung" oder eine Session auf der Couch mit Psychologen. Sie ist schlichtweg eine Plattform, ein Tool, mit der das Team auf Basis von Daten gemeinsam Anpassungen des Verhaltens erarbeitet. Um besser zu werden. So wie du beim Joggen.

Wie ist die Stimmung im Team wirklich?

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Vergiss die Lautsprecher - Finde raus, was die Mehrheit beschäftigt

Kennst du das? Du glaubst eigentlich zu wissen, was dein Team beschäftigt. Warum? Weil zwei oder drei Leute immer ihre Meinung in Meetings kundtun. Immer die Gleichen. Der Rest des Teams sagt nichts oder wenig oder nickt. Also bekommst du den Eindruck, dass diese zwei, drei Leute als Meinungsführer auch die Meinung des Teams vertreten. Das stimmt aber nicht unbedingt. Dafür hilft die Retrospektive: Du identifizierst das Thema, dass deine Leute mehrheitlich wirklich beschäftigt. Dabei bedienst du dich eines immer festgelegten Ablaufs:

  1. Man schafft ein gutes Gesprächsklima durch eine kleine Auflockerung (5 Minuten)
  2. Themen werden gesammelt - dabei wird sichergestellt, dass jeder im Team zu Wort kommt (30 Minuten)
  3. Aus diesen Themen werden Handlungsbereiche mit einfacher Mehrheit abgeleitet (10 Minuten)
  4. Es werden Lösungen erarbeitet, die das Team selbst in der Hand hat (25 Minuten)

Du willst es genauer wissen oder direkt loslegen? Hier bekommst du eine detaillierte Anleitung, wie das geht.

So ist übrigens auch ParrotPolls entstanden - damit sich auch die schweigende Mehrheit beteiligen kann. Denn manche äußern sich nicht nur wegen des Chefs lieber nicht - sondern auch wegen der KollegInnen. Da hilft ein anonymes Stimmungsbarometer, um Impulse aus dem gesamten Team zu bekommen.

Kannst du ohne Fachlichkeit?

Eigentlich habe ich damit auch schon erzählt, wofür die Retrospektive gut ist. Im agilen Kontext ist die Retrospektive das regelmäßige Meeting, in dem man eine vergangene Periode reflektiert und strukturiert konkrete Verbesserungen ableitet.

Manche Kunden sagen mir, dass sie agil nicht brauchen oder doof finden. Ich akzeptiere das, gebe aber dann diesen einen Tipp: Macht alle vier Wochen eine Retrospektive, und ihr werdet besser.

Denn eine große Stärke hat die Retro: Sie trennt Prozesse, Vorgehen und Abläufe von der Fachlichkeit. Mal ohne Fachlichkeit rein auf die Art zu schauen wie wir arbeiten! Verrückt, oder? Ich kenne viele Teams, die das noch nie gemacht haben. Weil es auch eben sehr schwer ist - ohne das Tool der Retrospektive. Es gibt Teams, die machen es nur einmal, am Ende eines Projekts. Das hilft auch und gibt Erkenntnisse, aber was bringt das für das beendete Projekt? Die Idee ist, es regelmäßig zu machen, um in kleinen Schritten besser zu werden. Aber vor allem auch - und das ist heute wichtiger denn je - auf sich ändernde Rahmenbedingungen zu reagieren: Inspect and adapt.

Eigentlich ein alter Hut

Das lustige: Eigentlich ist das so ein alter Hut: Kaizen, kontinuierliche Verbesserung - aus dem Lean Modell von Toyota. Aus dieser Idee hat sich die agile Retrospektive entwickelt. Merkste was? Selbsterkenntnis ist der erste Weg zur Besserung! Also, probier es mal aus!

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